Wir haben ein Problem – ein großes, dreckiges Problem

And we need to change very quickly now. Wir 1. Weltmenschen machen im Moment so gut wie alles ziemlich falsch. Wir produzieren, trotz besseren Wissens, Produkte mit schlechter Qualität, die wir nach einem kurzen Lebenszyklus wieder entsorgen um uns den selben Käse wiederzukaufen. Ikea Möbel, die man einmal aufbauen kann und nach 2 Jahren entsorgen muss, Deichmann Schuhe, die nach 3 Wochen stinken und an allen möglichen Stellen reissen, unsere Autos haben Sollbruchstellen eingebaut und was früher ein langes Autoleben lang gehalten hat, zum Beispiel die Federn, ist heute ein Verschleissteil, den sich die Werkstätten teuer bezahlen lassen.

pommesEine der größten Perversionen unser Zeit ist jedoch unser Umgang mit Lebensmitteln. Zum einen selbstverständlich unser grundsätzliches und hier oft beschriebenes und kritisiertes Verständnis von Nahrung, dass wir uns mit inhaltsfreien Lebensmitteln versorgen und viel Zucker und andere Sch***e in uns hineinstopfen und uns dann wundern, wenn wir Mangelerscheinungen haben und uns mit Nahrungsergänzungsmittel die fehlenden Nährstoffe extern zuführen müssen. Wir, und wenn ihr das lesen könnt, gehört ihr schon dazu, wir leben in einem schlaraffenlandartigen Zustand, brauchen uns um (fast) nix kümmern, haben die gesamte Palette an Nahrung zur Verfügung, können uns von den frischesten Gemüse und Obst auch im Winter ernähren. Was tun wir? Wir fressen einfach künstlichen Scheiss in uns hinein, weil er billig ist.
Aber das soll nun nicht das Thema sein. Thema ist Verschwendung, Müll, Wegwerfen und wenn man bedenkt, dass ein großer Teil der Menschheit in Armut lebt und nicht genug zu essen hat, ist es grauenvoll was wir tun.  Im ORF wurde ein Artikel über der Verschendung geschrieben, laut dem Artikel werden nur von der Gastronomie jährlich 200.000 Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen, im Schnitt 400 Mio Euro. Nimmt man die restlichen Verbraucher noch dazu, sind das in Österreich jährlich 1,2 Mio Tonnen an Lebensmitten.

meatressourceWenn wir uns nun aber das ganze Ausmaß an Verschwendung und Zerstörung ansehen, welches wir anrichten, wirds langsam ein bissl eng. Erstens haben wir einen Müllberg an Lebensmitteln, die wir wegschmeissen. Gut, das meiste sollte ja biologisch abbaubar sein, aber spätestens bei der Verpackung schauts oft sehr schlecht aus. Auch den Transport müssen wir einrechnen, denn alles was wir kaufen muss ja auch zu uns gebracht werden. Auch die Verpackung will erst einmal hergestellt sein, viel mehr jedoch braucht die Produktion von Lebensmitteln ein große Menge an Ressourcen. Wenn ich an Fleisch denke, dann sogar unglaublich viel Ressourcen, sowohl an Land als auch an Wasser (1kg Erdäpfel braucht ca. 900l Wasser, 1kg Fleisch 15.000l), abgesehen von Futtermittel.
Um jetzt aber nicht nur die Antifleischschiene einzuschlagen, auch Getreide und Gemüseanbau ist sehr ressourcenintensiv und ökologisch bedenklich vor allem durch den Einsatz von Düngemittel. Die alte Leier, mit möglichst hohem Ressourceneinsatz einen hohen Output zu generieren und damit möglichst billige Preise ermöglichen zu können. Damit verringern wir nicht nur den Wert jedes einzelnen Lebensmittels, auch die Mühe und der Aufwand der Produzenten wird minimiert. Unsere Bauern müssen hohe technische Investitionen tätigen, riesige Traktoren schaffen die gleiche Fläche in weniger Zeit, GPS-Sender ermöglichen satelitengenaue Postionierung und Fahrten, die größe der Betriebe nimmt stetig zu um dem Kunkurrenzkampf zu bewältigen.
Und wozu? Wir schmeissen 120 Mio Tonnen an Essen jedes Jahr weg. Einen Teil der Ernte (bei Erdäpfel zB.) holt der Bauer nicht mal vom Feld, weil Größe oder Form nicht stimmen. Wir werden einfach immer fetter, weil die Nahrung im Überfluss vorhanden ist und zu wenig kostet, dafür schmeckt sie oft recht schal, weil nun mal Obst und Gemüse möglichst schnell an die Frau / den Mann gebracht wollen. Paradeiser, die weder so riechen noch nach irgendwas ausser Wasser schmecken, sind beispielsweise normal. Wenn man dann mal selbst Angebaute zu kosten bekommt, die richtig lange gehangen sind und viel Sonne abbekommen haben… das duftet und schmeckt ganz anders.

muellDoch wie immer die Frage: Wie können wir das verändern. Nun es sind ein paar Änderungen notwendig. Ich kaufe fast jeden Tag ein, nur Lebensmittel die ich am selben Tag oder Frühstück danach verspeise. Jetzt, da das Wetter wieder wärmer und schöner wird, kommen auch wieder die Bauern- und Biomärkte verstärkt mit heimischen Obst und Gemüsen in Frage. Nicht nur, dass die Produkte frischer und geschmackiger (und mit mehr Vitaminen und Nährstoffen ausgestattet) sind, es ist nicht teurer (ausser Fleisch, Fisch und Käse) als im Supermarkt, es geht direkt an die Produzenten und es sind kaum Verpackungen im Spiel. Ich kann mir Salat kaufen und gleich in  meine eigene Tasche geben, somit spare ich jeglichen Müll ein. Es gibt einige Bio- und Reformläden in Wien, die ebenso biologisch hergestellte und oft unverpackte Lebensmittel führen, Tendenz stark steigend. Und wer generell beim Einkaufen das Hirn einschaltet, wird wohl erkennen, dass ein vorgeschnittener Salat in der Einwegservierschale zum einen genau keinen Nährwert mehr besitzt und zum anderen mehr Wert  in der Schüssel steckt als im Salat und somit das produkt einfach nicht kaufen. Zu versuchen, unnötigen Müll zu vermeiden, gehört zu den schwierigsten, aber lohnendsten Aufgaben um den eigenen ökologischen Fussabdruck zu minimieren. Fleisch nicht mehr in den geschäumten und mit Gas bedanpften Styroporschalen kaufen, der Fleischhauer (sogar manchmal im Supermarkt, zb. Spar) schneidets frisch runter und ein beschichtetes Papier genügt als Verpackung. Gemüse gibt es oft auch im Karton verpackt oder ganz ohne Plastikverpackung. Ich bevorzuge das immer den verpackten Varianten. Und manchmal nutzt am besten der Verzicht…..

Mehr nachdenken und weniger (bis gar nichts) wegschmeissen. Dann ists gut!

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